So liest du das Datenschutzlabel bei Foto-Cleanern
Jeder App-Store-Eintrag enthält den Bereich „App-Datenschutz“ mit den Stufen „Nicht erfasste Daten“, „Nicht mit dir verknüpfte Daten“ und „Mit dir verknüpfte Daten“. Unter Android heißt das Äquivalent „Datensicherheit“. Die Angaben stammen vom Entwickler und bieten eine erste Orientierung.
Von Emre, der Slean entwickelt. Aktualisiert am 1. September 2026.
Scrolle auf einer beliebigen App-Store-Seite an den Screenshots, der Beschreibung und den Bewertungen vorbei: Dort findest du den standardisierten Abschnitt „App-Datenschutz“. Nahezu niemand liest diesen Bereich vor der Installation, dabei ist er der nützlichste Teil der Seite für die Kernfrage: Was tut diese App tatsächlich mit deinen Daten?
Wo du das Label findest
- 1Öffne den Eintrag der gewünschten App im App Store – direkt auf deinem iPhone oder im Webbrowser unter apps.apple.com.
- 2Scrolle an den Screenshots, der Feature-Beschreibung und den Bewertungssternen vorbei nach unten zum Bereich „App-Datenschutz“.
- 3Tippe auf „Details anzeigen“, falls die App mehr als eine Datenschutzkategorie aufführt, um die einzelnen Datentypen und ihre Verknüpfung genau einzusehen.
- 4Unter Android findest du dieselben strukturierten Angaben im Google Play Store im Abschnitt „Datensicherheit“, den du meist über „Details ansehen“ unter dem Punkt „Über diese App“ erreichst.
Was die drei Kategorien bedeuten
| Kategorie | Bedeutung |
|---|---|
| Nicht erfasste Daten | Der Entwickler gibt an, keinerlei Daten von dir zu erfassen. Das ist die stärkste Erklärung, die ein Entwickler auf dem Label abgeben kann – eine Selbstauskunft wie jeder andere Eintrag auf dem Label. |
| Nicht mit dir verknüpfte Daten | Daten werden zwar erfasst, jedoch ohne jegliche Verbindung zu deiner persönlichen Identität gespeichert – weder an deinen Namen, noch an ein Benutzerkonto oder eine feste Gerätekennung gekoppelt. |
| Mit dir verknüpfte Daten | Daten werden erfasst und direkt mit deiner Identität verknüpft, meist über ein registriertes Benutzerkonto, deine E-Mail-Adresse oder eine gerätespezifische Werbekennung. |
Welche Kategorien für Foto-Apps wichtig sind
- Kennungen (Identifiers). Umfasst gerätespezifische IDs und Werbekennungen. Wenn diese deklariert sind (insbesondere mit dem Status „Mit dir verknüpft“), ist das das stärkste Signal für ein Werbe- oder Tracking-Netzwerk – aussagekräftiger als die Suche nach sichtbaren Werbebannern, da manche Apps das SDK bereits mitliefern, bevor sie Anzeigen schalten.
- Nutzungsdaten (Usage Data). Welche Schaltflächen du antippst, wie lange du die App nutzt und welche Ansichten du öffnest. Hierbei handelt es sich um Verhaltensanalyse – eine deutlich andere Haltung als bei einer App, die hier nichts deklariert.
- Diagnose (Diagnostics). Absturzberichte und Performance-Messungen. Das ist in der Softwareentwicklung üblich und mit sehr geringem Risiko verbunden – so erfährt ein Entwickler von Abstürzen auf Gerätemodellen, die er selbst nicht im Labor besitzt. Dennoch lohnt sich der Blick darauf, ob diese Diagnosedaten mit deiner Identität verknüpft werden.
- Käufe (Purchases). Bietet die App In-App-Käufe an, wird die Kaufhistorie deklariert. Das ist technisch unumgänglich für die Zahlungsabwicklung und das spätere Wiederherstellen von Käufen über den jeweiligen Store.
Warum das Label ein Signal ist, kein Beweis
Die Angaben im Label stammen vom Entwickler selbst. Weder Apple noch Google prüfen den ausgehenden Netzwerkverkehr einer App bei jeder Einreichung gegen jede angekreuzte Datenschutzkategorie ab, und ein Label kann veraltet sein, wenn ein Entwickler später ein Analyse-SDK integriert und versäumt, die Store-Angaben zu aktualisieren. Das ist eine reale Einschränkung, aber kein Grund, den Check auszulassen: Das Label ist der schnellste und konkreteste Anhaltspunkt vor dem Download, und ein Entwickler geht ein spürbares Risiko ein, wenn vorsätzliche Falschangaben auffallen. Es ist einer von mehreren sinnvollen Prüfpunkten – alle weiteren Kriterien findest du hier.
Das Label dokumentiert, was der Entwickler deklariert hat. Es verrät dir nicht, ob ein konkreter Scanvorgang in diesem Moment tatsächlich offline auf deinem Gerät ausgeführt wird. Kombiniere diesen Check daher mit dem Flugmodus-Test – beide Prüfungen decken unterschiedliche Sicherheitsaspekte ab.
Was Slean deklariert
Slean enthält auf beiden Plattformen keine Werbe-SDKs und teilt keinerlei Daten mit Dritten. Statt dich auf diese Aussage auf unserer Website zu verlassen, öffne Sleans Store-Eintrag auf deiner jeweiligen Plattform und lies den Abschnitt im Store selbst – genau dazu ermutigt dich diese Seite.
Ein wichtiger Hinweis: Die Datenschutzlabel für ein und dieselbe App sehen im App Store und im Google Play Store selten identisch aus. Apple und Google nutzen unterschiedliche Fragebögen mit leicht abweichenden Schwerpunkten und Schwellenwerten, sodass dieselbe Anwendung auf beiden Plattformen in leicht unterschiedlicher Darstellung erscheint, ohne dass eine der Angaben falsch wäre. Lies stets das Label für das Betriebssystem, auf dem du die App tatsächlich installierst.
Fragen, die wirklich gestellt werden
- Ist das Datenschutzlabel dasselbe wie die Datenschutzerklärung?
Nein. Das Label ist eine standardisierte, strukturierte Kurzfassung nach Vorgaben von Apple oder Google, die in wenigen Sekunden erfassbar ist. Die Datenschutzerklärung ist das rechtliche Dokument des Entwicklers. Das Label bietet die schnelle Übersicht; die Erklärung enthält alle juristischen Details und Rechtsgrundlagen.
- Können Entwickler falsche Angaben im Label machen?
Es handelt sich um Selbstauskünfte der Entwickler, die nicht bei jedem einzelnen Update Zeile für Zeile im Quellcode unabhängig auditiert werden. Falschangaben verstoßen jedoch gegen die Richtlinien der Store-Betreiber und bergen Risiken für den Anbieter – weshalb das Label als starkes Signal gilt.
- Warum sieht das Label auf iPhone und Android unterschiedlich aus?
Apple (App Privacy) und Google (Datensicherheit) nutzen getrennte Fragebögen mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten, Kategorien und Schwellenwerten, die vom Entwickler für jedes System separat ausgefüllt werden. Dieselbe App kann daher auf beiden Plattformen in unterschiedlichem Format erscheinen, ohne dass eine der Darstellungen inkorrekt wäre.
- Was bedeutet „Geräte- oder andere Kennungen“ bei Apps ohne Werbung?
Ohne ein eingebundenes Werbe-SDK dienen Gerätekennungen meist rein technischen Zwecken – etwa dem Wiedererkennen derselben Installation zur Wiederherstellung von In-App-Käufen oder der anonymen Fehlerdiagnose bei Systemabstürzen, nicht dem Werbetracking. Der im Store deklarierte Verwendungszweck neben der Datenart ist das Detail, das du aufmerksam lesen solltest.
- Bedeutet „Nicht erfasste Daten“, dass die App komplett offline arbeitet?
Nicht unbedingt – es bedeutet, dass der Entwickler nichts sammelt, was eine Frage des Datenschutzes ist, nicht der technischen Netzwerkaktivität. Eine App könnte dennoch einfache Verbindungen herstellen, um nach App-Updates zu suchen. [Der Flugmodus-Test](/privacy/fotos-aufraeumen-ohne-upload) ist die separate Prüfung dafür, ob eine Funktion lokal auf dem Gerät arbeitet.
Quellen
Weiterlesen
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Slean nutzt keine Werbe-SDKs und teilt keine Daten mit Dritten. Lies das Label im Store für Slean und für jede andere App, die du in Betracht ziehst.
